Ein offener Brief an meine Motivation

Liebe Motivation, liebe M.,

endlich hab ich dich wieder gefunden. Hiermit möchte ich dich ausdrücklich bitten zu bleiben. Du wolltest nur kurz mal Erdnüsse kaufen und warst eine halbe Ewigkeit, ja fast 6 Wochen, verschwunden. Die Trainingskilometer ohne dich waren einfach nicht dieselben. Schier endlos und beinahe sinnlos.
Wie ich dich wieder gefunden habe, schreibe ich hier am besten einmal für alle auf, die dich hier und da auch mal suchen. Als Hilfestellung, Vorschlag oder einfach als Anleitung…das kann jeder für sich selbst entscheiden. Ich hoffe es ist okay für dich, wenn ich unsere Geschichte erzähle. (Noch theatralischer konnte ich das Intro wirklich nicht verfassen. Ich weiß, du stehst auf Drama, schnelle Abgänge und hast es dir so gewünscht, also sollte dir das eigentlich gefallen. Wenn du Änderungswünsche hast, musst du die aber richtig gut begründen, nach dem was du da abgezogen hast!)

Los gehts:
Ich spüre seit einigen Tagen endlich wieder diese Energie und die Lust, die mir in den letzten Wochen ehrlicherweise etwas gefehlt hat. (Mit Energie und Lust, meine ich
natürlich dich, liebe Motivation. Ich kann nur nicht ständig deinen Namen erwähnen, denn das wäre literarisch ein absoluter Faux Pas! Ich hoffe du kommst damit klar. Musst du aber auch nach diesem Erdnüsse-Ding).
Ich möchte gar nicht so sehr auf dem vergeigten Ironman in Süd Afrika herumreiten, aber um den Wettkampf zu verarbeiten und gedanklich abzuschließen musste ich doch mehr Kraft investieren, als ursprünglich erhofft.
Du warst ja weg – wolltest unbedingt „Catch Me If You Can“ spielen. Verdammte Filmindustrie. Ich hasse Erdnüsse…und ich schweife ab:


Die Trainingszeiten haben kurz nach dem IronMan auch schon wieder ganz okay gepasst, mehr aber auch nicht. Man fragt sich nach dem was, nach dem wie, nach dem wo etc. Und auf all das, habe ich selbst normalerweise immer schnelle, gezielte Antworten.

Nur nicht auf die eine Frage. Und ich könnte wetten, dass das deine liebste ist:

Die nach dem WARUM (..mache ich das eigentlich)?!

Denn da kommst DU ins Spiel. Da kannst du glänzen. Und da du nicht nur Dramatik liebst, sondern auch ganz schön gerne zeigst, was du so alles kannst – bist du bei der Frage, stellt man sie denn ernsthaft, wieder voll am Start.

Ich habe in dieser einsamen Zeit oft überlegt, was das denn überhaupt bringen soll….das ganze Training, die Vorbereitungen, die Kompromisse die man zwangsläufig hier und da eingehen muss (aber ja auch irgendwie eingehen möchte) und nicht zu vergessen, die ganzen Moneten, die man in den Sport steckt.
Vor deinem kurzfristigen Verschwinden, hattest du immer einen ganzen Rucksack voller Argumente, meine liebe M. Das Gefühl nach einem guten Training, neue Laufschuhe, die leere Tartanbahn morgens…. Die Liste ist endlos.

Wenn du nun nochmal verschwindest, weiß ich Gott sei dank genau was ich tun muss, damit du schnell wieder zurückkommst. Ich melde mich einfach spontan für einen kleinen Wettkampf an. Egal ob Sprint-Triathlon, Laufwettkampf etc. Ich erzähle niemandem etwas davon und mache das einfach mal nur für mich. Ohne Druck, ohne Zeitvorgaben. Einfach weil es eben genau das ist….das Warum! Das kribbelige gute Gefühl, das kleine Abenteuer. Und dann stehst du wieder mit mir an der Startlinie. Fast, als wäre nie etwas gewesen.
Wenn du mal wieder eine Auszeit brauchst, hau rein und mach dein Ding. Wir sehen uns spätestens bei der Anmeldung zu einem neuen Wettkampf.

Danke, dass du zurückgekommen bist.

Eigentlich sind wir doch ein gutes Team. Ich hab jetzt auch immer Erdnüsse da.

 

10Km Wettkampf – 3.Platz in der AK

Gestern bin ich beim S25 in Berlin über die 10Km Strecke gestartet und konnte ganz unerwartet den dritten Platz in meiner Altersklasse belegen :). Die letzten 4 Wochen haben mich doch etwas härter auf die Probe gestellt, als es mir kurz nach dem vergeigten Ironman in Süd Afrika bewusst war. Ich musste meine Motivation schon mehr als einmal suchen und hatte manchmal echt das Gefühl, dass ich mein “Mojo” verloren hatte.

Aber dann kam der Vorschlag von Timo, dass ich mir so schnell wie möglich eine Startnummer umbinden soll, um wieder ein Gefühl für meine Form zu bekommen. Also hab ich mich letzten Samstag recht spontan für den S25 angemeldet (ein Wettkampf in Berlin mit der Option 25km, 10km, oder 5×5 Km Staffel zu laufen). Was dort so los war, wie ich mich danach gefühlt hab und wie der ganze Spaß nun weiter geht, könnt ihr hier sehen:

!Achtung Spoiler!

Die Form ist da! Und nun gehts mit großen Schritten in Richtung Challenge Roth am 07.07.2019.
Gestartet wird der neue Trainingsblock mit einem kleinen viertägigen Trainingslager auf Mallorca, von dem ich nächste Woche hier ausführlich berichten werde.

Die Moral von der Geschichte lautet wohl: “Wenn die Zweifel größer sind, als erwartet – Bind dir halt einfach eine Startnummer um” 😀

Ironman Süd Afrika – der ausführliche Rennbericht

Sand zwischen den Zehen. Vor gefühlten 5 Minuten lag ich doch noch im Bett und konnte nicht fassen, dass der Wecker tatsächlich 03:30 Uhr anzeigt?! Jetzt stehe ich hier unten am Strand, an der Startlinie meiner ersten Langdistanz in der neuen Saison. Wie ist das möglich, wo sind die vergangenen 3 Stunden geblieben? Das ganze Gewusel in der Wechselzone dauert super lange, wirkt aber eher wie ein Wimpernschlag.
Um wirklich ernsthaft darüber nachzudenken fehlt mir jetzt allerdings die Zeit. Noch 15 Minuten bis zum Start. Sitzt der Neo? Brille? Badekappe? Check.

07.04.2019 – Nelson Mandela Bay, 06:30 Uhr

BOOOM! 06.35 Uhr, die Profis rennen ins Meer und machen sich auf die 1.6 km lange Strecke im Indischen Ozean. Die Schwimmstrecke wurde aufgrund der wirklich harten Bedingungen von den üblichen 3.8 km auf 1.6 km verkürzt.

Der Wellengang ist enorm, so wie die letzten Tage – nicht umsonst trägt der Austragungsort Port Elizabeth den Spitznamen „Windy City“. Die Pro‘s haben schon ein gutes Stück zurückgelegt, als die Kanone mit einem lauten Knall den Rolling Start für uns Agegrouper freigibt. Körperlich fühle ich mich super, also habe ich mich recht weit vorne eingereiht. Ich will schnell schwimmen, schnell Rad fahren und schnell laufen. Ich will die Qualifikation für die Ironman Weltmeisterschaften auf Hawaii, dafür habe ich die letzten 7 Monate trainiert.

3…2…1 -> LOS

Ich stürze mich mit anderen Athleten in die Wellen. Das muss von Außen wohl aussehen, wie der Angriff der Zombie Piraten in Fluch der Karibik 4. Ein bisschen gefährlich aber hauptsächlich lustig. Von Außen…

Ich halte mich rechts, das war von Anfang an mein Plan. Hier kann ich gut meinen Rhythmus finden und die Gefahr von Schlägen und Tritten ist sehr gering. So zumindest die Theorie. Meinen Rhythmus finde ich anfangs nicht, ganz zu schweigen von der ersten Boje, die ich nach 300m links neben mir lassen soll, um weiter auf Kurs zu bleiben. Ich schaukele so vor mich hin und finde dann auch irgendwann die Boje. Meinen Rhythmus finde ich trotzdem nicht und frage mich die ganze Zeit, was da los ist. Nach ca. 900m schlucke ich zum ersten Mal eine ordentliche Portion Salzwasser. Lecker Süppchen, garniert mit den Abgasen der Boote die um uns herumschwirren. Das bekommt mir garnicht gut und ein paar Sekunden später verteile ich mein Frühstück (und bestimmt auch 1-2 Gels) im Meer.

Wenn einer der Fische so ein bisschen Gel schluckt, dann schwimmt er wahrscheinlich innerhalb von 2 Stunden nach Australien. Direktverbindung quasi. Da war nämlich Koffein drin. War…Ich bringe die 1.6 km, die sich am Ende als 2,2 km entpuppen, mehr schlecht als recht hinter mich, schlucke noch 2mal Salzwasser und komme nach 36 Minuten in die erste Wechselzone. 36 Minuten sind nicht ansatzweise das, was ich mir vorgenommen hatte. Aber auch darüber kann ich nicht lange nachdenken, ich muss kurz abbiegen und den Rest des verbleibenden Frühstücks los werden.


Schwimmausstieg beim Ironman Süd Afrika

Meine Wechselzeit beträgt 3:35min. , was eigentlich nicht schlecht ist, wenn man meinen kurzen Aufenthalt in Dixie-Hausen bedenkt.

Ich brauche ein paar Sekunden, bis ich meine Schuhe, schon auf dem Rad sitzend und fahrend, richtig fest geschlossen habe und dann gehts los. 180 km. Jetzt wird reingehauen. Das Schwimmen ist vergessen…das Wasser schlucken aber irgendwie noch nicht soooo. Egal. Der Radkurs setzt sich aus 2 Runden á 90 Kilometern zusammen und hat insgesamt 1.600 Höhenmeter. Der „Asphalt“ rüttelt einen zwar die gesamte Strecke ganz schön durch, Schlaglöcher gibt es dafür aber keine. Mein absolutes Highlight: Affen an der Radstrecke. So richtige, echte Affen laufen einfach neben der Radstrecke in freier Natur herum und sehen immer süß und unschuldig aus. (Auch wenn sie wohl gerne meinen Helm oder meine Flasche klauen würden)

Nach den ersten 40km verliere ich durch eine Bodenwelle meine Radflasche, die ich mit meiner Verpflegung (für 3h) angemischt hatte. Als hätte Asterix der Flasche einen Kinnhaken verpasst, fliegt das Ding erst hoch in die Luft und landet dann auf der Straße. Die spinnen, die Römer.

Wenn die Affen das Zeug trinken dann……..ach, werden sie schon nicht. Ich habe immer noch meine Gel Flasche also alles gut. Die erste Runde verläuft planmäßig, ich überpace nicht und fahre bedacht. Ich will danach einen (für meine Verhältnisse) richtig schnellen Marathon laufen, das ist meine Stärke, deswegen will ich mich hier lieber etwas zurücknehmen.
Auch der angesagte starke Wind (35km/h mit Sturmböen von bis zu 65km/h) ist noch nicht so wirklich zu spüren. Aber dann kommt das unumgängliche: Die fiese zweite Runde. Nach 110km merke ich einen starken Schmerz, ziemlich weit oben an der Innenseite meines rechten Oberschenkels.

Ein Krampf fühlt sich anders an – und ein Krampf ist auch nicht schwarz/gelb gestreift und sticht einfach mal fröhlich in den Schenkel als wäre es ein Hobby und keine Verteidigung. Ich schnippe die Wespe weg und frage mich, was das denn nun sollte. Die Wespe hätte doch locker einfach weiterfliegen können. Aber nicht diese Wespe…dieses sadistische! Der erhoffte Adrenalinstoß bleibt aus und es tut einfach nur höllisch weh. Immer wieder muss ich die Stelle mit Wasser kühlen und komme ständig aus meinem Tritt.

Die letzten 40 km ist dann auch der versprochene starke Wind da und die Böen haben es auch endlich zur Veranstaltung geschafft. Es wird immer härter und ich verliere langsam aber sicher meine Kraft und Zeit – vieeeeel Zeit. Von der geplanten Radzeit von 5:20:00 bleibt nichts übrig. Nach 06:00h komme ich abgekämpft und nicht besonders gut gelaunt in die zweite Wechselzone.

Jetzt wird gelaufen. Das kann ich. Das liebe ich. Endlich. Ich kann noch alles rausholen…oder eben auch nicht. Ich steige vom Rad ab und meine Beine tun höllisch weh, anders als sonst. Normalerweise fühlen sich die ersten Meter vom Rad zum Wechselbeutel einfach nur komisch an. Aber eben nicht so. Also wackele ich mit meinem Beutel weiter und setze mich auf einen der Plastikstühle um Laufsocken, Schuhe, Stirnband, Brille etc. anzuziehen.

Und dann…bleibe ich sitzen. Ich merke, dass mir die Dinge die an diesem Tag bereits schief gelaufen sind, nicht nur körperlich sondern auch mental zugesetzt haben. Hawaii-Qualifikation: abgehakt – oder eher gestrichen.

Ich verbringe geschlagene 13 Minuten in der zweiten Wechselzone und während mich die Helfer ca. 1000 Mal fragen ob ich Hilfe benötige, schüttele ich nur mit dem Kopf und sage nichts. Ich überlege zum ersten Mal, seit ich mit Triathlon angefangen habe, ob ich das Rennen heute zu Ende bringen kann. Option A: sitzen bleiben, ‘ne Cola trinken, abhaken. Option B: aufstehen und es zumindest versuchen. Also dann doch lieber B. Cola kann ich ja auch unterwegs trinken.

Ich verlasse die Wechselzone und trabe langsam los. Und siehe da, es klappt ganz gut. Ich laufe!! Zwar etwas wackelig und auch irgendwie etwas benommen, aber ich laufe. Nach 16 Kilometern bekomme ich plötzlich Krämpfe in meiner Bauchmuskulatur…..das ist neu, das kannte ich bisher auch noch nicht. So viele Premieren an einem Tag, hätte mir das jemand vorher gesagt, hätte ich eine Rede vorbereitet… Von nun an ist gehen angesagt. Kopf runter und Schritt für Schritt in Richtung Ziel.

Die Zuschauermassen schreien mich immer wieder an: „Daniel, let´s go“.  Ja OK, let´s go!! Ich versuche immer wieder los zu laufen und schaffe es auch ein paar mal. Aber leider nicht für lange. Als ich in die letzte Runde starte und die Sonne langsam unter geht, habe ich ein paar Tränen in den Augen. Auch wenn ich‘s (für mich) völlig versaut hab – Keine Hawaii-Qualifikation, keine neue Bestzeit, ja nicht mal ein Daylight-Finish, so freue ich mich doch es durchgezogen zu haben (ja, und natürlich auch ein wenig, dass es bald endlich vorbei ist :D). Nur noch ein paar Kilometer und ich komme ins Ziel.

Ich komme AN!

Das hätte ich ehrlicherweise schon heute morgen, nach dem Fischfutter-Faux-Pas, nicht so richtig geglaubt. Und da ist er endlich, der Teppich mit dem Ironman Logo. Der Sprecher sagt mit amerikanischen Akzent: Daniel aus Deutschland, gute Arbeit, YOU ARE AN IRONMAAAAAN.
„Aaaaaaaand I‘m totally f****d“ – würde ich am liebsten noch dazu rufen, aber das lasse ich bleiben.
Ich habs geschafft.

Etwas unterkühlt bekomme ich eine Wärmedecke, meine Medaille, das Finisher Shirt und…das wars. Eine Mischung aus Enttäuschung, Freude, Müdigkeit und Schmerzen macht sich breit, während ich ins Zelt mit der Zielverpflegung stolpere. Kurz darauf schnappe ich mein Rad und verziehe mich ins Hotel. Mir ist nach nichtsmehr, ich brauche Ruhe…und ein Bier. Ich telefoniere mit meiner Freundin Anastasia und berichte, was alles schief gelaufen ist – das dauert :). Geschafft!!

Schon am nächsten Tag, fühle ich mich viel besser. Ausser einem wirklich sehr leichten Muskelkater und einem blauen Fleck am Oberschenkel von der wohl sadistischsten Wespe der Welt, gehts mir erstaunlich gut. Körperlich…die Enttäuschung ist natürlich ziemlich groß und wenn ich ehrlich bin, noch bis heute.

Ich quatsche mit den tollen Menschen, die ich auf der Reise kennengelernt habe über das Rennen und wir machen schon wieder die ersten Scherze. Wir lenken uns gegenseitig ab und sprechen über die Rennen die nun noch vor uns liegen. (An der Stelle noch mal viele Grüße an Angela, Robert und Johannes).

Jetzt weiß ich wie es sich anfühlt, wenn am Tag X einfach mal gar nichts läuft. Und auch damit kommt man zurecht. Ich habe an diesem Tag viel gelernt, über mich selbst und den Sport den ich so liebe. Auch das ist Triathlon. Und auch ein total versemmeltes Rennen ist am Ende für irgendetwas gut.

Für mich startet ab jetzt die #roadtoroth! Nach vorne immer, nach hinten nimmer :).

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In eigener Sache:

Muskelkater vergeht und selbst ein DNF (did not finish) ist absolut kein Problem. Man sollte den Sport nie – ja wirklich niemals zu bitter ernst nehmen. Am Ende ist es ein Hobby, dass man liebt und das Spaß machen soll. Seid nicht zu hart zu euch, das Training zahlt sich irgendwann schon aus. Es muss nicht immer die neue Bestzeit sein.

UND das Wichtigste im Triathlon, ist die grundsätzliche körperliche Fitness. Es gibt noch immer viele Athleten, die sich das Ziel „IRONMAN“ vornehmen und sich einfach rein auf Ihr Körpergefühl verlassen. So etwas kann sehr tragische Folgen haben. Also bitte: Wenn ihr jemanden kennt, der das große tolle Ziel hat, einen Triathlon (egal über welche Distanz) zu finishen: bittet diejenigen ein großes Blutbild, eine Sportärztliche Untersuchung und im besten Fall ein Herzultraschall anfertigen zu lassen. Das kann Leben retten. Leider gab es die traurige Nachricht, dass 2 Athleten am Wettkampfmorgen gestorben sind, nachdem sie während des Schwimmens schwere körperliche Anfälle (Herzinfarkt und Krämpfe) erlitten. Mein Beileid gilt den Angehörigen der beiden Athleten.

Helft solche tragischen Fälle zu vermeiden und sprecht darüber, wie wichtig es ist für diesen Sport (und natürlich auch für andere Sportarten) ist, fit zu sein. Nach Außen dringt immer nur die Nachricht: „2 Athleten bei Ironman gestorben.“ Viele nehmen dies zum Anlass um den Wettkampf und den Triathlon dafür verantwortlich zu machen.

Passt auf euch auf – und eben auch auf die Anderen 🙂 !

Nur noch 22 Tage – ROAD TO SOUTH AFRICA #12 (Vlog)

Die letzten beiden Wochen waren spannend, anstrengend, nervenaufreibend und trotzdem einfach nur super gut. Die Form stimmt, ich fühle mich fit und in 2 Wochen starte ich mein erstes großes Abenteuer. Die Saison ist noch frisch und genau genommen hat sie ja noch nichtmal so wirklich angefangen :D.

Ich habe in den vergangenen 14 Tagen habe ich knapp 33h trainiert und die anspruchsvollen Einheiten zeigen langsam aber sicher ihre Wirkung. Im neuen Video geht es um 3 Kerneinheiten, vor denen ich anfangs echt erstmal einfach nur Angst hatte. Kennt ihr das, wenn im Plan eine Einheit auftaucht, die sofort eure gesamte Aufmerksamkeit auf sich zieht? So eine Einheit, an die man Abends vor dem Einschlafen noch mal denkt? Jeden Abend? Man hofft, dass man sich z.B. bei 40x100m nicht einfach die Badehose zerreisst, die Fetzen auf den Kopf setzt und schreiend das Schwimmbad verlässt.

Ja, von genau diesen Einheiten hatte ich in letzter Zeit….mehrere :D.
Wie ich damit umgegangen bin und warum ich ein Ersatzrad für meinen Wettkampf organisieren musste, seht ihr hier:

Habt eine tolle Woche! ( Über Likes, Kommentare und ein Abo freue ich mich natürlich voll: https://www.youtube.com/atriathleteslife )

Nur noch wenige Tage – dann geht es endlich richtig LOS :)!!

Infos zum Ironman Süd Afrika!

145km gegen den Wind – Von Windstärke 3 auf 6 in 24h

Wenn man im Frühjahr nach Lanzarote ins Trainingscamp fliegt, rechnet man natürlich mit Wind.

Wind gehört einfach dazu. Und Höhenmeter. Windstärke 3 wird auf der Insel fast schon als „windstill“ belächelt und bis Windstärke 10 wurde hier tatsächlich schon so ziemlich alles (es gibt insgesamt nur 12 Windstärken) gemessen.

Als wir früh morgens zu unserer geplanten 160 km Tour aufbrechen, sagt einer der Teilnehmer des Camps: Seglern sagt man bei diesen Bedingungen, dass sie mal besser im Hafen bleiben sollen, weil es gefährlich werden könnte.

Aber wir sind ja keine Segler….

Also brechen wir auf und brauchen für die ersten 52 Kilometer ganze 2:35. Eine Flasche ausgetrunken, 2 Gels verbraten. Soweit so gut. Mit meinen 60 kg bin ich nicht gerade ein Radschwergewicht und werde von unvorhersehbaren Böen desöfteren auch mal gern um 1 Meter nach links oder rechts versetzt. Sehr zur Freude unserer Gruppe fahre ich auch einmal fast in einen Busch. Ich kann das Steuer aber im letzten Moment noch rumreißen und komme mit einem Streifschuss davon. Götz sagt daraufhin, ich solle mehr Nutella essen. Die El Golfo-Runde ist geschafft, weiter gehts in Richtung Norden.

Wir fahren durch den Timanfaya National Park und unseren zweiten Stopp machen wir nach knapp 100 km am Club La Santa. Unterwegs habe ich nochmal eine Flasche Wasser, 1 Banane und einen Riegel gekillt. Es wird zunehmend still in der Gruppe. Wir hoffen auf Rückenwind bei der Fahrt durch das kleine Surfer Dorf Famara, bekommen aber stattdessen ein ordentliches Sandpeeling. Timo sagt einen Tag später „er habe an der Stelle einfach die Augen zu gemacht“. Niemand lacht.

Von Famara aus kämpfen wir uns durch Wind und Wetter bis wir (nach einem weiteren Stop zum Auffüllen) nach 145 km und 6 Stunden wieder an unserem Hotel ankommen. Statt des gefühlt verdienten Ritterschlages für diese Torturen bekommen wir einen 6Km langen Koppellauf in 4:35/Min. Aber genau deswegen sind wir ja eben auch hier. Spät am Nachmittag lässt der Wind nach und die Sonne scheint. Die All-Inclusive Hotelgäste liegen jetzt wieder am Pool und wissen nichts von unserer Schlacht. Völlig unbeeindruckt und fast ein wenig herablassend werde ich schmunzelnd von einigen 14 jährigen Nachwuchsschwimmerinnen und Schwimmern im Hotel beäugt. Im Zimmer fällt mir auf, dass ich aussehe wie eine Brezel, die mal kurz auf den Boden gefallen ist. Salzig und dreckig. Aber Glücklich. Das sind wir alle aus der Gruppe, denn wir haben den Hafen trotz allem verlassen :).

Nutella mag ich aber trotzdem nicht.

 

Challenge Roth 2012 – Meine erste Langdistanz

Challenge Roth 2012

– oder wie ich den grünen Gürtel im Triathlon bekommen habe 

6:27 in der Wechselzone am Main Donau Kanal. Die Profis sind bereits im Wasser und gleich fällt der Startschuss zur berühmten Challenge Roth. Für mich dauert es noch fast eine ganze Stunde bis ich meine erste Langdistanz starte und ich bin so aufgeregt, wie noch nie zuvor. Die Stimmung ist unglaublich. Es fühlt sich an wie eine Mischung aus dem Film 300 und dem ersten Weihnachtsfest, an das man sich aus seiner Kindheit erinnert. Heroisch, voller Energie und emotional unendlich aufgeladen.

Ein paar Gedanken wiederholen sich in meinem Kopf wie ein Mantra: „Fang dir keinen Ellenbogen beim Start ein, verliere nicht deine Schwimmbrille, bitte keinen Platten auf der Radstrecke“ etc.…

BANG, der Startschuss fällt und die Profis machen sich auf die 3.8km lange Strecke.

Meine erste Reaktion: Los, schnell nochmal zum Rad, den Reifendruck kontrollieren. Dann nochmal aufs Dixie, Reifendruck kontrollieren, den Neo anziehen, Reifendruck kontrollieren, ein Gel nehmen, Reifendruck…die Aufregung steigt und die Zeit verfliegt. Ohne es zu merken befinde ich mich in einem gefühlten Augenblick ganz rechts außen im Feld und warte auf den Start.

Aber wie bin ich überhaupt hier gelandet?

2011 hatte ich die fixe Idee, bei einem Halbmarathon zu starten. Als ich mich dann nach ein paar Wochen Vorbereitung zum Berlin Halbmarathon anmelden wollte, war dieser allerdings schon ausgebucht. Schon so ca. 3 Monate…ehm…ja. Woher sollte ich denn wissen, dass sich so viele Leute für einen Halbmarathon in Berlin interessieren? Zu dieser Zeit war mir das noch recht schleierhaft. Andere Athleten sagen immer sie „kommen vom Schwimmen“, oder „vom Radfahren“. Ich kam eher vom…Feiern.

Aber jetzt hatte ich ja schon trainiert, mich darauf eingestellt über eine Ziellinie zu laufen und das wollte ich nun auch unbedingt.

Nach kurzer Onlinerecherche wurde mir klar, dass ein Halbmarathon in den nächsten Wochen in Berlin nicht stattfinden wird. Und auch sonst gab es nichts an sportlichen Wettkämpfen in meiner Nähe. Außer diesen einen Wettkampf, den Berlin Triathlon.

„Triathlon?! Warum eigentlich nicht?“

Dafür hatte ich noch knapp 5 Wochen Vorbereitungszeit. Ich konnte nicht Kraulen, hatte kein Rad (also wirklich einfach gar keins), aber gelaufen bin ich schon immer ein wenig. Also habe ich mich natürlich direkt zur Olympischen Distanz angemeldet. Macht man ja genau so. Im Karate startet man ja auch direkt mit dem grünen Gürtel….

Nachdem ich mir von einer Freundin ein Rad und einen Neoprenanzug geliehen – und mir das Kraulen durch YouTube Tutorials einigermaßen selbst beigebracht hatte, war ich bereit für meinen ersten Triathlon. Ich kam mit 2:48h ins Ziel, war müder als 10 Müde und habe gefühlt mehr Zeit in der Wechselzone verbracht, als auf der Strecke. Aber da war noch eine andere Sache, die mir nach dem ersten alkoholfreien Bier gleich aufgefallen ist: es hat einfach unfassbar viel Spaß gemacht. Und da ich das auf jeden Fall nochmal erleben wollte, meldete ich mich gleich danach zu meiner ersten Mitteldistanz (8 Wochen danach) an. Nach dem grünen Gürtel kommt ja auch direkt der Blaue….klarer Fall.

Blauäugig aber optimistisch, habe ich auch die Mitteldistanz gefinisht: In 5:04h (die Radstrecke war allerdings etwas kürzer als 90 Km). Und im Dezember war es dann soweit: „Ach, mal sehen ob ich bei der Nikolausaktion der Challenge Roth einen Startplatz für die Langdistanz bekomme. Klappt ja eh nicht“, dachte ich. Um 12:05 bekam ich dann die E-Mail mit der Startplatzzusage. Am Ende kommt eben immer der schwarze Gurt.

Und so stehe ich nun an der Startlinie, das Rad in der Wechselzone ist immer noch geliehen (ein Rennrad mit angeschraubten Aerobars) und der Neo hat am linken Bein einen Riss, den ich einige Tage vorher selbst genäht (!!) und zugeklebt hatte. Auf meinem Rad liegt ein Mountainbike Helm und die Aerobars habe ich nicht mit Lenkerband umwickelt. Diese 5 Minuten hätte ich mir mal nehmen sollen.

Ich schaue hoch zur berühmten Brücke, auf der eine wahnsinnige Menschenmasse steht, um die Athleten anzufeuern. Ich bekomme eine Gänsehaut (zum 100 Mal an diesem morgen) und…..

BOOM!

Die 3.8km schwimme ich in 1:12min. ohne große Zwischenfälle. Ich verliere meine Brille nicht, komme in kein Gerangel und überhole sogar einige Athleten. Und nun, Konzentration: Schwimmausstieg, Wechselbeutel mit meiner Nummer schnappen, bloß nicht den falschen Beutel greifen. Das Wechseln dauert bei mir etwas länger. Viel länger als geplant. Ich habe mich für die Variante „Badehose unter dem Neo“ entschieden und muss dementsprechend ALLES aus- und wieder komplett anziehen. Da kommen schon einmal fast 12 Minuten Wechselzeit zusammen…..man gönnt sich ja sonst nichts. Top Athleten laufen in dieser Zeit knapp 3.5km oder fahren mindestens 8km. Ich nicht. Ich schäle mich aus dem Neoprenanzug und ziehe meinen Zweiteiler mühsam über meinen noch nassen Körper. Das gestaltet sich fast schwieriger als die 3.8 geschwommenen Kilometer. Notiz an mich selbst: Die Badehosenvariante ist ab jetzt gestorben. Ist ja auch nicht so, als hätte mir früher niemand gesagt, dass das nicht gut gehen kann.

Geschafft! Weiter gehts. 

Die Helfer, von denen es an diesem Tag fast 5000 gibt, schmieren mich mit Sonnencreme ein und ich laufe zu meinem Rad. Helm auf, Brille auf. Ha! Gott sei dank, die Reifen sind nicht platt. Hinter die Startlinie und -Klick – Klick – los gehts auf die 180km.

Die Radstrecke in Roth ist, so wie der gesamte Wettkampf einfach bombastisch. 2 Runden zu je 90km mit insgesamt 1200hm sind zu bewältigen und es gibt eigentlich nur 2 nennenswerte Anstiege. Der Kalvarienberg in Greding und der Solarer Berg. Der Kalvarienberg, auch liebevoll der „Berg der Leiden“ genannt, ist schon eine ordentliche Kante und zeigt einem nach knapp 35km auf der Strecke erstmal, dass man hier ja immer noch in Bayern ist. Und nicht etwa in Berlin, wo ich im Voraus während einer längeren Ausfahrt bestimmt mal 180 Höhenmeter sammeln konnte :).

Die erste Runde verläuft verhältnismäßig gut und meine erste Fahrt auf den Solarer Berg, werde ich wohl wirklich nie wieder vergessen. Und ja, ich habe geheult.

Auf den letzten 70km fangen die Oberschenkel an zu zwicken und ich weiß genau was mir nun blüht. Was hilft nochmal gegen Krämpfe? Ach ja, Salztabletten? Die waren doch im Rucksack. Verdammt……! Danke Vergangenheits-Daniel für dieses tolle Erlebnis. Von Krämpfen gepeinigt erreiche ich die zweite Wechselzone mit einer reinen Radzeit von 6:20h und fühle mich wie ein Gummiball, der  schon recht viel Luft verloren hat, weil er einmal zu oft gegen die Wand geworfen wurde.

Aussteigen ist keine Option, jedenfalls noch nicht. Wenn ich die Laufschuhe anhabe, werde ich das Ding finishen. Das war ein Gedanke, den ich schon einige Tage zuvor innerlich manifestiert hatte. Ich schnappe meinen Wechselbeutel, ziehe mich etwas schneller um als vor etwas weniger als 8 Stunden und laufe los. 8 Stunden…..ich fange an zu rechnen und lasse es gleich nach den ersten Kilometern wieder bleiben. „Lieber nicht, mach dir das jetzt mal nicht kaputt. Genieße es! Es ist deine erste Langdistanz. Und rechnen kannst du jetzt eh nichtmehr.“

Den Halbmarathon laufe ich noch ganz gut in knapp 2 Stunden. Bei der Hitze an diesem Tag, voll in Ordnung. Ich laufe von einer Verpflegungsstation zur nächsten und motiviere mich innerlich immer wieder mit den Gedanken an kaltes Wasser, eine kurze Gehpause und einen neuen Schwamm.
Aber nachdem ich bei Kilometer 23 angekommen bin, verkloppt mich der Mann mit dem Hammer. Ja, er haut nicht kurz zu, er verkloppt mich nach allen Regeln der Kunst. Ich bekomme wieder Krämpfe in den Beinen und habe Schmerzen in…ach überall. Ein Glück treffe ich in diesem wirklich dunkelsten Moment des Tages Frank. Frank ist ab jetzt mein Partner in Crime und wir gehen von diesem Zeitpunkt an zusammen. Kilometer um Kilometer. Wir reden viel und bedanken uns ausgiebig bei allen Helfern und Supportern an der Strecke. Die Dämmerung setzt schon langsam ein, als wir den Zielkanal erreichen. Von diesem Zeitpunkt an laufe ich die letzten 400m bis zum Ziel. Ich kann kaum mehr klar denken, bin platt aber erleichtert. Und dann erwartet mich im Ziel eine Stimmung, die ich nun wirklich nicht mit Worten beschreiben kann. Geschafft!!! 13:20h, die bisher schönsten und härtesten Stunden überhaupt.

Ich habe damals meinen schwarzen Gürtel bekommen (mit Abzügen in der B-Note :)).

Und ja, ich konnte mich ein paar Tage danach nicht besonders gut bewegen (obwohl wir mit unserer Band Mega! Mega! gleich am Tag darauf ein Konzert als Vorband von The Kooks vor 3000 Leuten gespielt haben). Aber eine Sache war sicher: DAS will ich nochmal machen! Aber schneller! 2013!

Dieses Rennen hat mich so sehr geprägt, dass ich 2019 nun zum 8ten Mal an der Startlinie in Roth stehe und insgesamt meine 10. Langdistanz machen werde.

In Roth heißt es nicht umsonst: „Welcome to the home of Triathlon“.

Trainingscamp Lanzarote

Zurück aus dem Trainingscamp – Road to South Africa #11

7 Tage Trainingscamp auf Lanzarote liegen nun hinter mir. Wie die Zeit verfliegt. Ich bin zwar echt ein wenig platt, aber super glücklich. Die Erfahrungen und Ergebnisse der letzten Tage muss ich noch ein wenig sortieren und verarbeiten, aber eins steht fest: das war tatsächlich mein erstes, aber sicherlich nicht mein letztes Trainingslager.

Mit insgesamt 23 weiteren Athleten, meinem Coach Timo Bracht und 3 tollen Guides habe ich in den letzten 7 Tagen insgesamt 28:15h trainiert. Dabei waren die Trainingseinheiten bis ins kleinste Detail geplant und ich musste mich wirklich um nichts kümmern. Mein einziger Auftrag war es, zu gewissen Uhrzeiten entweder mit Radschuhen, Badehose oder Laufschuhen an Ort und Stelle zu sein, aber das ist nun wirklich der einfachste Part einer perfekt strukturierten Trainingswoche. Wie es wohl als Profi so ist, wenn man das über einige Monate hinweg genau so durchzieht?! Schleicht sich wohl eine gewisse Routine ein? Vielleicht. Und fühlt es sich wohl irgendwann wie ein klassischer Job an? Ich denke nicht :).

Alle Teilnehmer des Camps waren super gut in Form und das gemeinsame Trainieren eher ein gemeinsames Erleben, Unterstützen, Pushen und Motivieren.
Aber schon im Voraus hatte ich echt großen Respekt vor dem, was mich wohl erwartet. Vor allem habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht, was denn nun passiert, wenn alle Anderen viel stärker sind. Was passiert, wenn alle besser in Form sind, obwohl ich voll aus der Vorbereitung komme? Kann ich bei der ersten Radgruppe mithalten? Wie würde sich das alles auf meine Zukunftspläne auswirken? Vor allem mental! Kurz und knapp: ja, ich war verdammt aufgeregt.

Für die Meisten war das wohl kein großes Ding. Es ist schließlich erst Februar, der erste Wettkampf ist noch in weiter Ferne und es geht hauptsächlich um Grundlagen. Ums Kilometer “fressen” :). Für mich mich war es allerdings ein großes Ding. Mein Wettkampf ist in 8 Wochen.
Wenn ich hier nicht mithalten kann, kann ich meine Ziele zwar noch nicht abhaken, aber einfacher würde es dadurch auch nicht, dachte ich.
Schon recht viel Druck, für ein “Hobby”, oder?! Aber jeder macht sich ständig Gedanken über viele Dinge, die eigentlich nicht weiter wild sind. Lässt man sie einfach mal auf sich zukommen und schlußendlich passieren, lösen sie sich jedoch meistens in Luft auf. Würde ich für jeden Gedanken, den ich mir unnötig mache einen Euro bekommen, wären auch mal ein paar neue Laufräder drin :D.

Also, genau so wie die meisten Sorgen, habe ich mir auch diese unnötig gemacht. Ich war/bin fit und musste den Frontschnorchel dementsprechend nicht an den Nagel hängen. Beim Radfahren musste ich zwar schon oft beissen. Aber die erste Radgruppe war sehr stark und diese Disziplin ist immer noch meine Schwächste.

Vor allem nach längeren Abfahrten musste ich schon mal eine Lücke von bis zu 800 Metern schließen und habe dabei auch das ein oder andere Körnchen auf dem fast perfekten Asphalt verloren. Mit 60 Kilo muss man auf Lanzarote eben bergab auch mal treten. Danke, Windstärke 3 :D! Aber es hat funktioniert. Alles. Und sogar wesentlich besser als erwartet. Das spricht natürlich sehr für die Zusammenarbeit mit meinem Trainer und lässt mich weiter an meine großen Ziele und Träume glauben. Noch nie war ich so gut in Form und noch nie hatte ich so viel Bock, noch härter zu arbeiten, um zu erreichen, was ich mir vorgenommen habe.

Nächstes Jahr werde ich mit Sicherheit wieder an einem Trainingslager teilnehmen. Ich habe viele tolle Persönlichkeiten kennengelernt und trotz den unterschiedlichsten Motiven, die uns zu diesem wunderbaren Sport bringen, haben wir doch einen gemeinsamen Nenner: Triathlon. Und dieser Nenner schafft Verbindungen und Kontakte, deren Fundament auf gemeinsamen Erfahrungen beruht. Also auch wenn man nur 7 Tage zusammen Rad fährt, lernt man doch so Einiges über seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Ich habe nur Gutes gelernt und tolle Menschen getroffen. Im Triathlon-Zirkus sieht man sich meist nicht nur 2, sondern bestimmt 3-4 mal oder sogar öfter. Umso schöner, wenn man dann eben auch irgendwann die Ziellinie teilt :).

Vielen lieben Dank natürlich auch an die Coaches: Timo, Friedrich, Dieter und Graham von http://www.triathlon-holidays.com . Es war mir ein Fest!!! Und nun geht es weiter auf dem Weg nach Süd Afrika. 48 Tage sind es nun nur noch – ein Wahnsinn :D. Diese Woche veröffentliche ich auf jeden Fall noch ein ausführliches Video mit weiteren Details zu den einzelnen Trainingseinheiten auf Lanzarote. Und natürlich einen Artikel über unsere gemeinsame 145Km Tour bei Windstärke 6 :D. Denn das war auch ein Wahnsinn.

Lanzarote in Zahlen:

– Schwimmen:  10 Km  (in 4 Einheiten)
– Radfaheren: 577 Km (in 8 Einheiten – 8160 Hm)
– Laufen:     30 Km  (in 3 Einheiten)
– 1 Stunde Kraft und Stabi Übungen

Falls ihr noch mal reinschauen wollt, was ich so alles ins Trainingslager mitgenommen habe, schaut doch mal auf YouToube vorbei :). Mein Kanal heißt atriathleteslife und ich freue mich natürlich voll über euer Abo. Haut rein :).

Hier der direkte Link zum Video: