Road to South Africa #5

Und nun ist das Jahr auch fast schon wieder vorbei. Unglaublich, wie die Zeit verfliegt. Die letzen beiden Wochen waren wahnsinnig aufreibend. Sowohl psychisch als auch physisch. Ich habe meinen Mitarbeiterausweis abgegeben und bin freischaffender Triathlet…oder so ähnlich :D.

Es ist Samstag der 22. Dezember und ich habe nun einige Tage keinen neuen Blogeintrag verfasst. Das liegt zum Einen daran, dass ich mich gerade auf mein Training konzentriere, zum Anderen aber auch daran, dass ich gerade recht viel an meinen Videos arbeite. 

Die letzten beiden Wochen sind sehr gut verlaufen. Sieht man mal davon ab, dass ich die ersten Tage nachdem ich meinen Job an den Nagel gehängt habe, nicht so wirklich besonders gut schlafen konnte. Wenn man Nachts wach liegt und die Gedanken zu kreisen beginnen, verliert man sich schon mal schnell in den Fetzen der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Die ungeordneten Gedanken stellen uns vor scheinbar unlösbare Aufgaben und schon liegt man mal locker 3-4 Stunden wach. Das passiert mir immer nur dann, wenn ich nicht genug über meine Probleme, Sorgen oder Ängste geredet hab.

Ich war früher immer eher der Typ, der alles gerne mit sich selbst ausmachen wollte. Heute weiß ich, dass das absolut keine Option ist.
Wenn John Wick seinen Kram mit sich selbst ausmacht, dann ist das voll okay. Dann ist das aber  auch einfach ein Hollywood Streifen. Reden ist meistens die beste Medizin. Und manchmal sogar die Einzige.

Also rede ich wenn möglich darüber. Oder ich schreibe auf, was mich beschäftigt.
Aber manchmal hat man einfach keine Chance. Dann kommt der kleine fiese Bruder von Günther Jauch, setzt sich Nachts um 1 auf deine Schulter und stellt dir direkt zu Beginn der Show gleich mehrere 1 Million Euro Fragen:

Hast Du alles richtig gemacht? Wird das nun alles so klappen? Schaffst du es das Trainingspensum zu halten? Schaffst du die Hawaii Qualifikation? Bleibst du gesund? Was wäre wenn…..

Und so dreht man sich stundenlang im Kreis, bis es dann irgendwann klick macht. Plötzlich merkt man, dass man in diesem Spiel keine Joker hat und die Zukunft sich nicht beeinflussen lässt. Und genau so ist es eben auch mit der Vergangenheit. Das Einzige was sich ganz ausgezeichnet beeinflussen lässt, ist…Trommelwirbel…die Gegenwart.
Hat man das einmal verinnerlicht, finden auch die fiesen schlaflosen Stunden ein Ende.

Die Hawaii Qualifikation bekommt man in der Regel nicht Nachts im Schlafzimmer. Und ob in Zukunft alles so klappen wird, wie man sich das vorgestellt hat, sagt einem auch nicht der Sandmann. Gibt es das Sandmännchen überhaupt noch? Oder macht das nun auch schon alles Alexa? „Alexa, streu dem Felix mal schön eine Runde Sand in die Augen, damit der mal schlafen kann“. „Ja, ich bestelle eine neue Garmin Fenix“…so oder so ähnlich….ich schweife ab. 

Jedenfalls habe ich die schlaflosen Nächte gut verkraftet, und die letzten beiden Wochen liefen wirklich super gut. Ich habe viele neue Ideen und nehme mir gerade auch einfach ein wenig die Zeit, mal verschiedene Szenarien durchzuspielen. Wo ich hin will weiß ich ziemlich genau, nur der Weg dahin ist eben noch offen :). Aber bis April liegt der Fokus auf jeden Fall erst einmal auf meinem Training.

Ich habe meine erste +20 Stunden Trainingswoche hinter mir und die Einheiten verliefen genau so wie geplant. In der Leistungsdiagnostik vor zwei Wochen haben wir die Ausgangswerte bestimmt und die Ziele stehen fest.
Woran ich wirklich enorm arbeiten muss, ist meine Radform. Da bin ich nach der Diagnostik aus alles Wolken gefallen, saß ich doch dieses Jahr fast 9000 Km im Sattel und davon satte 4500 Km auf dem Rollentrainer. Dass Kilometer aber doch nicht immer alles sind, musste ich also schonmal schmerzlich herausfinden. Mein Training wurde nun angepasst und ich setze die entsprechenden Reize um dahin zu kommen, wo ich hin möchte. Geschwindigkeitswechsel, Trittfrequenzwechsel und vor allem einige Kilometer in der Fettverbrennungszone stehen nun an. Aber schon in der ersten Woche nach der Diagnostik habe ich gemerkt, dass mir diese Art von Training liegt und ich das gut abkann. Abwechslung macht das Training ja so oder so auch nochmal um einiges interessanter.

Die gute Nachricht war, dass meine Laufform schon wirklich sehr gut ist. Ein Marathon in 3:15 in der Langdistanz ist drin. Und meiner Meinung nach sogar noch etwas mehr. Aber wir werden sehen :). Am Tag X kann immer alles passieren, sowohl positiv als auch negativ. Am Ende hat eben auch mal ein Profi, der 40Stunden+ die Woche trainiert einen Platten. Oder sie/er stellt einen neuen Weltrekord auf. Das ist alles Teil dieses tollen Sports.

Jetzt geht es für mich darum, in allen Bereichen das Bestmögliche herauszuholen, ohne zu übertreiben. Gesund bleiben, die Motivation behalten und dran bleiben.

Das Trainingspensum wird sich nun auch erstmal ungefähr bei 20 Stunden pro Woche einpendeln. Im Februar steht mein erstes Trainingslager auf Lanzarote an und darauf freue ich mich schon wahnsinnig. Ich werde wohl ein paar Tage dranhängen und fast 10 Tage auf der Vulkaninsel trainieren. Vor Süd Afrika geht es dann evtl. sogar nochmal zu einem weiteren kurzen Trainingslager nach Mallorca. Also ich gehe für Süd Afrika wirklich einfach „ALL IN“ das ist der Plan und so soll es sein.

Für die Zahlenliebhaber hier ein paar Fakten:

10.12.2018 – 22.12.2018

Schwimmen:          20,2 Km
Rad:                425 Km
Laufen:             96 Km
Kraft/Athletik: ca. 4 Stunden

Ruheherzfrequenz:   36

Insgesamt habe ich die letzten beiden Wochen 33,5 Stunden in mein Training investiert und heute und morgen stehen noch ein paar Einheiten auf dem Plan. Und dann ist ja auch erstmal Weihnachten. Ich bin im Saarland und werde die Tage mit meiner Familie und meinen Freunden verbringen. Trainieren werde ich auch, aber nur dann wenn es passt. Denn…

Was ich die letzten beiden Wochen gelernt habe:

Alles unter einen Hut zu bekommen ist nicht einfach. Man kann zwar Prioritäten setzen, aber dieses Gefühl anderen oder sich selbst nicht gerecht zu werden, überwiegt oft. Doch was am Ende zählt, ist wie glücklich man Abends im Bett liegt. Sei es wegen einer Einheit die heute ganz besonders gut lief, wegen einer Nachricht die den Tag gerettet hat oder wegen der Zeit, die man sich bewusst genommen hat. Für sich, für die Familie und für Freunde. Ein gutes Gefühl entscheidet meiner Meinung nach am Ende des Tages auch darüber wie man schläft. Also ist das Ziel eines jeden einzelnen Tages der ab jetzt kommt, ein gutes Gefühl zu kreieren und festzuhalten. Und scheitert man ab und an daran, ist es genau wie bei Wettkämpfen: Man misst sich immer an den besten Ergebnissen, nie an den schlechten :).

Ich wünsche euch frohe Weihnachten und ein paar tolle Tage mit euren Familien.
Noch 106 Tage bis zum Ironman Süd Afrika.

Hier geht´s zu meinem dritten Wochenrückblick auf YouToube:

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