Road to South Africa #1

Die erste Belastungswoche auf dem Weg zum Ironman Süd Afrika habe ich heute mit einer 60Km Runde auf dem Rollentrainer abgeschlossen. Was genau es bedeutet, eine erste Belastungswoche einzuschieben, wie es denn nun beruflich bei mir weiter geht und wie die nächsten Schritte aussehen, könnt ihr hier nachlesen. Der erste Wochenrückblick meiner Road to South Africa :).

Wann genau ist es eigentlich so schnell so verdammt kalt geworden? Und fast noch viel wichtiger: Warum?
Diese Frage habe ich mir die letzen Tage oft gestellt. Wenn man darüber nachdenkt, dass der Winter gerade angefangen hat und ab jetzt bis März quasi jeden Abend ein St. Martins Umzug für Läufer stattfindet, weil man ohne Stirnlampe draußen einfach nicht mehr laufen kann, ja, dann muss man seine Motivationsreserven nun wieder bis aufs Letzte ausquetschen.

Während man sich im Sommer kaum Gedanken über den Winter macht, so denkt man im Winter  eigentlich ständig an den Sommer. Ganz schön viel Aufmerksamkeit, für eine Jahreszeit, finde ich. Wir sehnen uns eben einfach fast alle gleichermaßen nach der unvergleichlichen Unbeschwertheit eines T-Shirts. Der schönste Tag des Jahres, ist meiner Meinung nach der erste Tag im Jahr, an dem man mit einem T-Shirt die Wohnung verlassen kann. Aber nun ist auch langsam mal gut. Kaum wird es etwas dunkler und kälter, werden die Texte dramatischer :-D.

Triathleten werden schließlich im Winter gemacht und meckern bringt eben einfach nichts. Generell bringt meckern in den seltensten Fällen überhaupt irgendetwas. Und hey, manchmal liebe ich diese speziellen Winter-Momente, in denen man glauben könnte, man wäre gerade alleine auf der Welt. Abends so ganz alleine draußen auf der Straße, nur begleitet von seiner Stirnlampe. Hach ok, Winter hat schon auch was. Man kann sich voll und ganz auf sein Training konzentrieren und ein ganz neues Level erreichen, um in der nächsten Saison mal so richtig was abzufeuern. Also nutze ich diesen Winter so effektiv wie nur irgendwie möglich. Reinhauen, ist angesagt. (Selbstmotivation: check :D)
Und jetzt zum Wesentlichen:

Es ist Sonntag der 18.11.19 – Und ich habe fertig….

Zumindest was die erste Belastungswoche angeht. In Trainingseinheiten bzw. Zahlen heißt das konkret:

61 Km Laufen
106 Km Radfahren und
5.5 Km Schwimmen
2 Stunden Kraft und Stabilität

Laufen:

Ich bin diese Woche insgesamt 5 Mal gelaufen, inkl. eines “double run day” mit 2 Einheiten an einem Tag. Ich hatte eine intensivere Intervall Einheit und die restlichen 4 Einheiten dienten eher der Grundlagenausdauer. Wie wichtig diese ist, wurde mir erst im letzten Jahr so richtig bewusst. Ich bin über den Winter 2017/2018 wirklich viel, lange & langsam gelaufen/geradelt/geschwommen. Und wer mich kennt, weiß, wie schwer es mir fällt irgendetwas (eigentlich egal was) lange und langsam zu machen :). Zwei Dinge konnte ich aus der neuen, strukturierten Trainingsweise in Zusammenarbeit mit meinem Coach rückblickend lernen: Geduld und Vertrauen. Jeder einzelne Kilometer und jede einzelne Stunde hat sich

 in meinen Wettkämpfen ausgezahlt.

Radfahren: 

Ich bin 2x gefahren, davon eine Einheit draußen (46 Km) und eine Einheit auf dem Rollentrainer (60 Km). Wenn es nun schon so früh dunkel wird, ist es oft schwierig unter der Woche draußen zu fahren. Deswegen nutze ich Zwift auf meinem Laptop, um wenigstens das Zocker-Herz zu erfreuen, während ich im Wohnzimmer auf der Stelle die Kilometer abstrample. Aber ich habe den Plan, dem Winter in den nächsten Monaten so oft wie möglich zu entfliehen. Ich möchte die wirklich langen Einheiten auf Mallorca fahren und ich versuche einfach mal, das zeit- & kostentechnisch hinzubekommen. Wird auf jeden Fall spannend :D.

 

Schwimmen:

2 Einheiten: 1x 3000m ohne Vorgabe und 1x2500m mit Intervallen & Technikübungen. Ganz oben auf der Liste stehen bei mir gerade Übungen mit dem Frontschnorchel, mit Paddles und das Schwimmen mit Tennisbällen. Diese nehme ich in beide Hände und schwimme 2-4 Bahnen bevor ich die Bälle wieder ablege. Ziel der Übung ist es, ein besseres Gefühl für die korrekte Haltung der Unterarme zu entwickeln. Ist schon verrückt wie wichtig die Unterarme während der Zug & Druckphase sind. Bis zu dem Zeitpunkt als ich die Übung mit den Tennisbällen zum ersten Mal gemacht habe, dachte ich immer: der Vortrieb kommt komplett aus den Händen. Und was habe ich mich damals geärgert, dass ich eher kleinere Hände habe :-D. Ich dachte immer: Man, hätte ich mal größere Hände abbekommen, wäre ich nun viel viel schneller. Michael Phelps könnte einpacken (-nämlich mich – mit einem Arm in Frischhaltefolie! Und währenddessen würde er mit dem anderen Arm trotzdem noch Rekorde schwimmen). Aber die Schnelligkeit resultiert natürlich letztendlich aus einem Zusammenspiel aus Technik, Körperhaltung und Ausdauer.
Aber hätte ich mal größere Hände abbekommen…..:D

In Woche 1 habe ich also 12:32:46h reine Trainingszeit in Richtung Ironman Süd Afrika investiert. Ich habe speziell Donnerstag schon gemerkt, dass ich schneller müde werde und mich erstmal wieder an den Trainingsrhythmus gewöhnen muss. Aber alles in allem war das eine super starke Woche. Das Intervalltraining auf der Tartanbahn ist bis heute mein absolutes Highlight. Mal sehen was mich nächste Woche erwartet.

Und ja, da war ja noch was:
Wie geht es denn nun beruflich bei mir weiter? Im Grunde genommen habe ich ja in meinem letzten Beitrag schon darüber geschrieben, dass ich ich mich wahnsinnig gerne mal eine gewisse Zeit nur dem Sport, dem Schreiben, dem Schneiden von Videos etc. widmen möchte. Und ey, genau das tue ich jetzt. Entweder ab dem 01.12. oder ab dem 01.01.2019 liegt mein Fokus zu 100% auf dem was ich gerne tue. Wie lange ich das so durchziehen kann, wie es mir dabei geht und ob mir die Decke während des Trainings auch mal auf den Kopf fällt, finden wir also in den nächsten Monaten gemeinsam heraus.

Triathlon ist für mich der beste Sport der Welt. Und ich bin froh, mich nun mal ein paar Monate wie ein Profi (natürlich zeitmäßig, (noch) nicht leistungsmäßig) darauf zu konzentrieren. Gleichzeitig werde ich mehr Zeit haben, Artikel zu schreiben und Videos zu machen.
Und ich freue mich ganz besonders, euch auch sehr bald mit Infos über die ein oder andere Partnerschaft für mein großes Ziel 2019 zu versorgen. Dazu dann aber nächste Woche mehr.

Was ich in den letzten 7 Tagen gelernt habe:
Es ist manchmal schwer, den Fokus nicht aus den Augen zu verlieren. Vor allem, wenn man niemandem etwas schuldet und der Sport eigentlich auch nicht das Wichtigste der Welt zu sein scheint. Nimmt man es aber etwas genauer, so dreht sich mein gesamtes Leben gerade eben genau darum. Um Triathlon. Ich will nach Hawaii, trainiere mit einem Trainer, schreibe mittlerweile einen Blog, drehe kleine Videos, teile meine Erfahrungen mit euch und lerne jeden Tag dazu. 

Hätte mir das jemand vor einem Jahr erzählt, hätte ich es nicht geglaubt.
Ich hätte es mir zwar leise gewünscht, aber nicht geglaubt. Was ich also gelernt habe, ist: Es dreht sich im Leben mit Sicherheit nicht alles um Sport, um Bestleistungen oder Ergebnisse. Aber wenn man ein Ziel hat, passieren auf dem Weg dahin meistens die besten Dinge. Man macht viele neue Erfahrungen, trifft tolle Menschen, lernt viel über sich selbst und man kann nur gewinnen. Man muss manchmal einfach nur anfangen….:)

Also weiter geht´s, auf dem Weg zum Ironman Süd Afrika am 07.04.2019

Noch 140 Tage!

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