Road to South Africa 2019

Nachdem ich 2018 nun wirklich die beste Saison hatte, seitdem ich Triathlon mache, wird es langsam Zeit über 2019 nachzudenken. Einige Termine habe ich schon geplant und das erste große Ziel ist der Ironman Süd Afrika am 07.04.2019. Auch wenn ich mit dem Start auf Lanzarote im Mai schon das Gefühl hatte, dass die Saison super früh beginnt, geht es 2019 nochmal ganze 6 Wochen früher los. Das bedeutet kurz und knapp: Ende der Saisonpause. Runter von der Couch, rauf aufs Rad. Oder auf den Rollentrainer. Und auch wenn ich nach meiner letzten Saisonvorbereitung ein wenig das Gefühl hatte, dass sich die vielen Stunden auf der Rolle nicht so sehr ausgezahlt haben, wie ursprünglich geplant, bin ich ab und zu ein Fan vom Training á la Lionel Sanders :).

Aber ja, ich bin lieber draußen und mache mich dreckig. Da habe ich mehr von und Anastasia auch. Wer mal im Wohnzimmer eine 3h Einheit auf der Rolle absolviert hat, weiß wovon ich rede. Da könnte man genauso gut einen Filmabend mit 12 ungewaschenen Bonobo Affen und einem verschwitzten Kragenbären veranstalten.

Meine längste Rolleneinheit bisher hat 5h gedauert. Danach konnte man mich nichtmehr von meinem klatschnassen Handtuch, dass über meinem Lenker hing, unterscheiden. Ich hatte 4h draußen fahren auf dem Plan aber der Berliner Winter hatte mit -6 Grad offensichtlich was dagegen. Als ich bei der 4h Marke angelangt war, zeigte der Bildschirm 130 Km an und die 160 wollte ich schon immer mal auf der Rolle fahren. Also habe ich das durchgezogen. Mental war das schon echt eine Nummer. Nochmal mache ich das wohl eher nicht ;).

Zurück ins Hier und Jetzt: Die Pause war in diesem Jahr zwar echt ganz schön kurz, aber ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass ich 4 Wochen oder mehr brauche, um mich von meinen Wettkämpfen zu erholen. Heute ist der 07.11. es ist 06:16 und ich sitze im Flugzeug, während ich diese Zeilen schreibe. Wir waren ein paar Tage weg und haben mal ordentlich abgeschaltet. Aber ab dem Zeitpunkt, ab dem ich das Flugzeug verlasse, startet die Vorbereitung für Süd Afrika.
Okay, eine Runde schlafen muss ich wohl noch, ich bin immerhin schon seit knapp 19 Stunden auf den Beinen. Vor mir sitzt ein etwas älterer Herr, der nach den Schnarch Geräuschen zu urteilen auch ebenso ein Elefant sein könnte. Also ein schnarchender Elefant: ein Schnarchofant!
Und neben mir schlummert Anastasia und träumt bestimmt davon, morgen zu unserem Lieblingsveganer essen zu gehen. Ich kann bei lauten Geräuschen und in sich bewegenden Untersätzen meist nicht so gut schlafen, und naja…ich sitze im Flugzeug. Egal, umso mehr Zeit zum Schreiben:

Bis zum 22.11. wird sich mein Trainingsplan stetig aufbauen und dann beginnt der erste intensive Block. Ende November stehen eine Leistungsdiagnostik und ein Radfitting an und im Februar werde ich zum ersten Mal an einem echten Triathlon Trainingslager teilnehmen. Das Trainingslager wird von meinem Coach Timo Bracht geleitet und ich bin schon wahnsinnig gespannt, was da auf mich zukommt. Dazwischen und danach wird optimiert, fokussiert und trainiert.

In Süd Afrika will ich in der Form meines Lebens an den Start gehen. Ich möchte mit der Gewissheit an der Startlinie stehen, dass ich alles, aber auch wirklich alles getan habe, was ich tun konnte um hier gut abzuschneiden.

Wenn ich ein neues Ziel habe, stelle ich mir erstmal vor, wie es ist, es geschafft zu haben. Fühlt sich extrem gut an und motiviert. Dieses Gefühl versuche ich nun auf dem Weg bis zum Tag X immer wieder abzurufen. Aber natürlich hat man auch Bedenken, man fragt sich oft nach dem Wie – und manchmal auch nach dem Warum.
Da tauchen recht viele Fragen auf und eine ganz besondere Frage stellt sich mir schon länger. Am Anfang noch ganz leise und mit meinem neuen Vorhaben immer lauter: Stimmt meine Basis?

Wenn man etwas Neues starten will und Großes vorhat, muss meiner Meinung nach gefühlsmäßig erstmal alles in trockenen Tüchern sein. Die Basis muss stimmen. Denn immer, wenn man auf dem Weg zwischendurch mal stolpert oder fällt, landet man auf seiner Basis. Familie, Beziehung, Freunde, Job, Zukunft. Daraus setzt sich meine Basis zusammen.
Die ersten 3 Punkte kann ich direkt abhaken. Easy. Passt!

Aber ganz ehrlich? Ich befinde mich gerade an einem Punkt, an dem ich überlege, wie meine berufliche Zukunft aussehen soll. Ich arbeite nun schon recht lange in der IT Branche und habe so dieses dumpfe Gefühl, dass ich mal noch ein paar andere Sachen sehen und erleben will. Midlife Crisis würde ich das nicht nennen, dazu bin ich a) zu jung und b) habe ich ein Ziel, auf das ich hinarbeite. Mal ganz abgesehen von meinem Berufsleben bin ich also kein Kandidat für: „Alles kacke, lass mal nach Malle auswandern und ne Bar aufmachen“.

Nun stehe ich aber gerade vor einer großen Entscheidung. Dass ich meinen Job nicht mehr lange machen will, ist Fakt. (Chef, wenn Du das liest: sorry! Aber ich denke Du hast auch schon gemerkt, dass ich mal raus muss 🙂 )

Die Entscheidung hat also eher etwas damit zu tun, wann und wie ich meinen aktuellen Job beende. Werde ich direkt einen anderen Job annehmen oder nehme ich eine kleine Auszeit und widme mich einfach mal voll und ganz den Dingen, die mir Freude bereiten? Triathlon, das Schreiben, Videos machen, Instagram etc. Und über all diesen Dingen steht wie gesagt ein Ziel.

Dieses große Ziel, auf das ich hinarbeite, verfolgen fast alle Triathletinnen und Triathleten. Ich schätze mal mindestens 90% von uns und von all denen, die sich gerade in diesen tollen Sport verlieben.

Ich will nach Hawaii!

Ich will zu den Ironman World Championships. Ich will am Pier von Kailua Kona den größten Wettkampf aller Wettkämpfe starten und ihn auf dem Ali´i Drive beenden.
Timo wird mich bei meinem großen Ziel unterstützen und darüber bin ich verdammt froh. Niemand könnte mir dabei besser helfen, da bin ich mir sicher.

Und damit starte ich nun die Rubrik: Road to South Afrika. Warum ich die Rubrik nicht gleich Road to Hawaii nenne? Für mich ist jeder Schritt zu meinem großen Ziel ein Highlight. Und Süd Afrika ist das Erste. Sollte ich meine Qualifikation 2019 nicht schaffen, verlängert sich zwar der Weg, aber das Ziel bleibt dasselbe.
Und ob ich nun einen neuen Job annehme oder eine Auszeit nehme, das kann ich hier und jetzt heute Morgen im Flieger, als schlafloser Gefangener des Schnarchofanten noch nicht sagen. Das entscheide ich in den nächsten Wochen. Was ich aber schon sagen kann:

Ab jetzt gibt es einmal in der Woche ein Update zu meinem Trainingsstand, wieviel ich trainiere, was ich trainiere, wie es mir dabei geht, wie mein Leben Drumherum so aussieht und wie es sich möglicherwiese ändert J. A Triathletes Life eben. Und Blogeinträge zur Leistungsdiagnostik, zum Trainingslager und Videos sind natürlich gesetzt.

Wer den Artikel zum Ironman Lanzarote gelesen hat, kennt diesen Satz schon. Aber diese Worte haben mich wahnsinnig geprägt und sie passen einfach wie die Radschuhe aufs Klickpedal:

„Man bekommt im Leben immer nur das, wonach man auch mutig genug ist zu fragen“

Also: Was muss ich ab jetzt alles tun, um mein großes Ziel zu erreichen?

 

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